Willer Fahrzeugaufbereitung

Lackpflege

Lackkorrektur erklärt: Von Swirls zu Spiegelglanz

· 7 Min. Lesezeit · von Jonas Willer

Poliermaschine auf einer Fahrzeugtür, halb poliert und halb matt

Kurz gesagt

Bei einer Lackkorrektur wird eine hauchdünne Schicht des Klarlacks abgetragen, bis die Kratzer darin verschwunden sind. Feine Swirls aus der Waschstraße lassen sich fast immer vollständig entfernen, tiefere Kratzer nur abmildern. Wie viel möglich ist, bestimmt die verbleibende Klarlackdicke – deshalb wird sie vorher gemessen.

Woher die Kratzer kommen

Das typische Spinnennetzmuster, das man in der Sonne oder unter einer Straßenlaterne sieht, sind Swirls. Sie entstehen fast immer beim Waschen: rotierende Bürsten in der Waschstraße, ein Schwamm, der Schmutz über den Lack zieht, oder ein Trockentuch auf einer nicht ganz sauberen Oberfläche.

Hologramme sind etwas anderes: gebogene, im Licht schimmernde Schlieren, die von unsauberem Maschinenpolieren stammen. Wer mit zu aggressivem Pad und zu wenig Nachpoliergang arbeitet, hinterlässt sie.

Wie eine mehrstufige Politur abläuft

Vor der ersten Politur steht immer die Dekontamination. Der Lack wird gewaschen, Flugrost und Industriestaub werden chemisch gelöst, danach zieht eine Reinigungsknete die restlichen Einschlüsse heraus. Poliert man darüber hinweg, arbeitet man den Schmutz in den Lack ein.

Danach folgt der Schnitt: eine schleifende Politur mit härterem Pad, die die Kratzer abträgt. Sie hinterlässt ein leicht mattes, mikroskopisch aufgerautes Finish.

Im zweiten und dritten Gang wird mit feinerer Politur und weicherem Pad nachgearbeitet, bis die Oberfläche wieder vollkommen klar ist. Genau dieser Schritt entscheidet über Tiefe und Spiegelbild – und wird beim Sparen als Erstes weggelassen.

Warum die Lackdicke die Grenze setzt

Der Klarlack eines Serienfahrzeugs ist typischerweise 40 bis 60 Mikrometer dick. Eine gründliche Korrektur trägt davon einige Mikrometer ab. Das geht ein paarmal im Fahrzeugleben gut – aber nicht beliebig oft.

Deshalb messen wir vor der Arbeit mit einem Schichtdickenmessgerät. Wo der Lack schon dünn ist oder eine Nachlackierung sitzt, wird zurückhaltender gearbeitet. Ein durchpolierter Kotflügel ist teurer als jeder Kratzer.

1-Step oder mehrstufig?

Eine 1-Step-Korrektur kombiniert Schnitt und Finish in einem Durchgang. Sie holt einen großen Teil der feinen Kratzer heraus und ist das richtige Maß für Fahrzeuge in gutem Zustand oder vor einem Verkauf. Bei uns steckt sie im Paket AURA PURE.

Eine mehrstufige Korrektur geht deutlich weiter und ist für Fahrzeuge gedacht, bei denen der Lack dauerhaft erhalten werden soll. Sie ist Teil von AURA SHIELD und immer die Grundlage vor einer Keramikversiegelung.

Ohne Schutz hält das Ergebnis nicht

Nach der Korrektur ist der Klarlack blank und ungeschützt. Kommt jetzt nichts drauf, sind die ersten Swirls nach wenigen Wäschen zurück.

Deshalb folgt auf jede Korrektur eine Versiegelung – je nach Anspruch eine Lackversiegelung oder eine Keramikversiegelung.

Häufige Fragen dazu

Lassen sich alle Kratzer wegpolieren?
Nein. Faustregel: Bleibt dein Fingernagel im Kratzer hängen, ist er zu tief für die Politur. Solche Kratzer lassen sich nur abmildern. Alles, was nur im Klarlack sitzt, geht in der Regel vollständig raus.
Wie oft kann man einen Lack polieren?
Das hängt an der Schichtdicke, nicht an einer festen Zahl. Ein Serienlack verträgt üblicherweise mehrere gründliche Korrekturen über sein Leben. Wir messen vorher und sagen dir, was dein Lack noch hergibt.
Was ist der Unterschied zwischen Politur und Versiegelung?
Die Politur trägt Material ab und entfernt Kratzer. Die Versiegelung trägt eine Schutzschicht auf. Die Politur repariert, die Versiegelung konserviert – beides gehört zusammen.

Wir schauen uns dein Fahrzeug an.

Willer Fahrzeugaufbereitung in Stemwede. Wir sagen dir ehrlich, was bei deinem Fahrzeug sinnvoll ist – und was nicht.

Passt dazu

← Alle Ratgeber-Beiträge

WhatsAppTermin anfragen